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Über die Archivia

Eine Konferenz veranstaltet vom Verband Freier Radios Österreich (VFRÖ) und Radio FRO im Rahmen des ARS Electronica Festival 2012 (The Big Picture) am 31. August und 1. September 2012 im Linzer Wissensturm.

 

Archive sind genau so wie andere Bereiche unserer Kommunikationsstruktur massiv von den Auswirkungen der Digitalisierung betroffen. Die Konferenz ARCHIVIA beleuchtet das Thema digitale Archive und diskutiert die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Funktion. Lange Zeit waren Archive nur einer eingeschränkten Öffentlichkeit zugänglich. Das Internet bietet jetzt die Möglichkeit, sie einem weltweiten Publikum zu öffnen. Das wirft viele neue Fragen vor allem im Kontext des Urheberrechts auf.

 

Ob diese weltweit zugänglichen Archive nun eine Verwertungskette beeinträchtigen oder nicht ist von den bereitgestellten Inhalten abhängig, ein weltweit öffentliches Filmarchiv kann die Verwertung von Filmen beeinträchtigen, ebenso in der Musik oder Literatur (E-Books). Andere Archive wie beispielsweise Rundfunkarchive können öffentlich bereitgestellt werden ohne, dass die Verwertung der verwendeten Materialien (der Inputs) gestört würde. Läuft beispielsweise Musik im Hintergrund eines Gesprächs, so wird sich vermutlich niemand die Radiosendung im Online-Archiv anhören anstatt die CD oder den MP3-File zu kaufen.

 

Vor allem im Bereich der freien und nichtkommerziellen Rundfunkstationen und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit urheberrechtlicher Zugangsbarrieren. In beiden Fällen werden in Europa öffentliche Mittel eingesetzt um die Sendungen produzieren zu können, da sie für gesellschaftlich relevant erachtet werden. Auf Grund urheberrechtlicher Einschränkungen, die sich auf die Bereitstellung von Inhalten im Internet beziehen, ist es jedoch nur sehr eingeschränkt und zum Teil faktisch nicht möglich, Sendearchive öffentlich zu machen. Obwohl öffentliche Gelder eingesetzt werden und die Inhalte für die lineare Ausstrahlung der Sendungen auch abgegolten werden, scheint eine dauerhafte Zurverfügungstellung nicht möglich. Dabei wird das private Interesse der Rechteinhaber (obwohl die Verwertungsmöglichkeiten nicht eingeschränkt werden) über das öffentliche Informationsinteresse, das sich auch im öffentlich-rechtlichen Auftragund in der öffentlichen Finanzierung nichtkommerzieller freier Radios zeigt, gestellt.

 

Bei der ARCHIVIA werden Probleme der Archivierung und der öffentlichen Zurverfügungstellung von Inhalten im Internet beleuchtet. In Workshops werden Lösungsansätze besprochen. Drei Keynote Speeches beleuchten das Problem aus medienwissenschaftlicher, ökonomischer und juristischer Perspektive.

 

Die Konferenz ARCHIVIA 12 versammelt Meinungen und Positionen von BetreiberInnen österreichischer und internationaler Archiv- und Netzprojekte, öffentlich-rechtlicher und freier nichtkommerzieller Rundfunkstationen sowie AkteurInnen aus unterschiedlichsten Feldern von Kunst, Medien und wissenschaftlichen Disziplinen sowie der Politik. Das Ziel der Konferenz ist die Bündelung gemeinsamer Interessen, die Verortung im wissenschaftlichen und politischen Diskurs sowie die Bildung von Allianzen auf dem breiten Feld der digitalen Archive. ARCHIVIA 12 soll den Ausgangspunkt bilden für eine vernetzte politische Arbeit im Sinne der Schaffung jener politischer Rahmenbedingungen, die einer angemessenen zeitgemäßen Nutzung und Verwertung des digitalen kulturellen Erbes Rechnung tragen.

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